1930 - 1932

1930

Den Winter 29/30 verbrachte die Familie in Meersburg, denn es galt, eine Gesamtausstellung im Konstanzer Kunstverein zu beschicken, die am 1. Februar eröffnet wurde und sehr gute Kritiken hatte.

Der Verkaufserfolg war anscheinend mässig, wohl der schlechten, allgemeinen Wirtschaftslage entsprechend.

In Meersburg erfüllte er in diesem Winter einige Aufträge: Er malte das Jagdzimmer im Hause des Baumeisters Obser aus.

Das Pfarrhaus, dessen Treppenhaus er früher schon mit Fresken versehen hatte, erhielt ein grosses Fenster für das Treppenhaus, das in transparenter Hinterglasmalerei ausgeführt wurde. Es zeigte Kompositionen aus dem Heiligenleben. (Möglicherweise sind diese Arbeiten noch erhalten.)

Die Leichenhalle in Meersburg wurde ebenfalls mit einem Fresko versehen.

Wenn Flaig zur Fastnachtzeit gerade am Bodensee war, malte er auch aus Spass und Freundschaft Saaldekorationen. Es sind Fotos erhalten von einer Dekoration im 'Wilden Mann' in Meersburg und einer anderen in einem Lokal in Stockach.

Im Sommer 1930 erhielt er den Auftrag, die Kirche in Hochemmingen/Baar mit einem Deckenfresko - eine Rosenkranzmadonna darstellend - zu versehen.

Diese Arbeit fiel ihm sehr schwer, denn er kämpfte ständig mit einer neuen, schweren Halsentzündung, wollte aber keinesfalls aufgeben. In diesem Jahr entstanden noch einige Portraits im Auftrag von Frau Mauthner und Stadtpfarrer Restle.

Ferner mehrere Landschaften 'Schwarzwaldtannen', 'Hochemmingen/Baar' und 'Mondnacht in Meersburg'.

Auch drei Familienbilder entstanden: Sohn Hubert, Portrait Maria Flaig im roten Kleid und Tochter Erika als krankes Kind.

1931

Auch den Winter 30/31 verbrachte die Familie Flaig in Meersburg, denn er hoffte auf einen neuen Freskoauftrag, der dann auch tatsächlich im April erteilt wurde.

In Villingen, in der katholischen Kapelle des Krankenhauses sollten vier Nischenfresken gestaltet werden. Er malte noch zusätzlich ein Altarbild und versah später auch den evangelischen Andachtsraum mit einem Christus.

In den Zwischenzeiten entstande noch einige Schwarzwald- und Bodenseebilder.

Doch diese intensive, fast leidenschaftliche Vertiefung in die Arbeit wurde zuviel für seine anfällige Konstitution. Wieder überfiel ihn eine Angina, und diesmal fürchteten die Ärzte um sein Leben.

Sobald er wieder einigermassen bei Kräften war, musste er sich endlich der längst angeratenen Mandelsoperation unterziehen.

Anschliessend ermöglichten ihm Freunde einen längeren Erholungsaufenthalt in Sanary, Südfrankreich. Er genoss diese Reise unendlich und brachte wieder eine reiche, künstlerische Ausbeute, Aquarelle und Zeichnungen, zurück. Sie wurden schnell und gut verkauft. 

1932

Die Beschäftigung mit religösen Themen hatte ihn allen Anzeichen nach noch stärker ergriffen als in den Jahren 1922-25, wo schon einige Heiligen Darstellungen und Kreuzigungen geschaffen worden waren.

So malte er noch eine 'Madonna', ein 'Golgatha' und einen 'Christus', den er den Schwestern im Krankenhaus Villingen schenkte, von welchen sie nach seinem Tode den beiden Kindern gegeben wurde.

Er entwarf dann noch die Messgewänder und Messgeräte für die Krankenhauskapelle in Villingen, um einen abgerundeten Eindruck zu vermitteln.

Daneben bereitete er eine Kollektion vor für eine Ausstellung des 'Kreis' Konstanz, die im April eröffnet werden sollte. Ferner lief auch ein Vorschlag, ihn zum Sommersemester 1932 an die Akademie für Bildende Künste in München als Professor für Fresko zu berufen. Diese Berufung kam nicht mehr zur Ausführung. Trotz der Mandeloperation und folgenden Erholung hatte sich die angegriffene Gesundheit von ihm nicht mehr gefestigt.

Um eine scheinbar leichte Erkrankung behandlen zu lassen, fuhr er kurz nach Ostern nach Villingen und erlag dort einige Tage darauf, am 4. April 1932.

Er wurde auf dem Villinger Friedhof beerdigt.

Seine Witwe, Maria verstarb am 9. November 1970 gleichfalls in Villingen.

 

 

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