1926 - 1929

1926

Die ersten Monate des Jahres 1926 verbrachte er an der italenischen Riviera zwischen Rapallo und Genua. Er brachte viele Arbeiten mit zurück: Zeichnungen, Aquarelle und Ölgemälde, die sich sehr gut verkaufen liessen.

Im Verlauf der Jahre 1926, 27 und 28 unterichtete er jeweils für 4 bis 6 Wochen einen jungen, begabten aber körperbehinderten Mann in Hechingen/Hohenzollern. Es entstanden dort die Bilder 'Hechingen im Schnee' und 'Schäferkarren, Rauhe Alb' sowie verschiedene Zeichnungen und Aquarelle.

Im August 1926 verpflichtete sich Flaig an die Bühnen des Friedrich-Theaters in Dessau als Requisiteur und Bühnenbildner. Einige Aquarelle zeugen von dieser Arbeit. Er hatte auch Gelegenheit, an der Jahresausstellung des Anhaltischen Kunstvereins beim 'Bund bildender Künstler, Dessau' erfolgreich teilzunehmen. Grosse Beachtung fanden dort die Bildnisse 'Otto Dix' und 'Tatjana Barbakoff'. Das Bildnis 'Tatjana Barbakoff' war bei einer vorhergehenden Ausstellung des Kunstvereins Konstanz für das Museum Konstanz erworben worden. Es wurde später als 'entartet' eingestuft und vernichtet.

1927

Im Frühjahr kehrte die Familie Flaig stets wieder nach Meersburg zurück. Im Sommer fanden Ausstellungen in Konstanz und Lindau statt. Leider brachte dieser Sommer ihm wieder eine schwere Angina, von der er sich abermals nur langsam erholte.

Die Rötelzeichnung 'Selbstbildnis 1927' zeigt ihn noch angegriffen von der Krankheit.

Doch den Winter verbrachte die Familie in Berlin. Waldemar Flaig hatte dort eine Anstellung bei der Universum-Film-AF (UFA) gefunden. Er arbeitete als Hilfsarchitekt bei den bekannten Filmarchitekten Herlth und Röhrig. Am 23. November 1927 wurde in Berlin, Droysenstr. 18, das zweite Kind, die Tochter Erika, geboren. Auch diesmal fand die Vaterfreude Ausdruck in mehreren Bildern.

Dann enstanden in Berlin zwei Bildnisse, 'Tatjana Barbakoff' in chinesischem und in russischem Kostüm. Ausserdem Zeichnungen, Skizzen und Rötelzeichnungen von der Stadt und der Tätigkeit im Filmatelier.

1928

Die wirtschaftliche Lage hatte sich inzwischen wohl wieder stabilisiert und liess ihn hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Während des Aufenthaltes mit seinem Schüler in Hechingen machten sie Ausflüge in den Schwarzwald, und es entstanden die Bilder 'Schwarzwaldstrasse' und 'Schwarzwald bei Triberg'.

Am Bodensee hatte sich die Künstlervereinigung der KREIS gebildet, die Ihre erste Ausstellung im Juli in Friedrichshafen veranstaltete. Norbert Jacques, Schriftsteller, hatte wohl diese Vereinigung initiert. Flaig porträtierte ihn 1927.

Im Herbst 1928 siedelte er mit Familie wieder nach Berlin, wo er abermals bei der Ufa einen Arbeitsvertrag erhalten hatte. Natürlich stellte Flaig auch bei seinen Aufenthalten in Berlin Gemälde aus, jedoch fehlen leider nähere Unterlagen hierüber ebenso, wie über Ausstellunge in Hamburg, München und Düsseldorf.

1929

Im Mai erreichte Flaig eine Anfrage seines Freundes, Professor Karl Knappe aus München, mit der Bitte um Mitarbeit bei der künstlerischen Ausgestaltung des Ballsaales auf dem Schnelldampfer 'Bremen'. Da der Vertrag bei der Ufa gerade erfüllt war, gab es wohl kein langes Überlegen hinsichtlich der Zusage.

Auch der Münchner Kunstmaler Erich Glette war an der Ausgestaltung der 'Bremen' beteiligt. Erich Glette hatte den Auftrag, zusammen mit Professor Knappe die Kirche in Döllnitz bei Weiden in der Oberpfalz auszumalen. Sie baten Flaig, ihnen auch bei diesem Auftrag zu assistieren. Im Jahr 1965 war die Ausmalung noch unverändert erhalten.

Anschliessend schufen Prof. Glette und er ein Fresko im Hochhaus der Stadt München, das aber im Dritten Reich zugemauert wurde.

Im September veranstaltete der Kreis eine Austellung in St. Gallen. Er schaffte es, trotz aller anderen Verpflichtungen, auch diese Exposition mit drei Bildern zu beschicken, von den zwei verkauft wurden.

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